Partnerschaftskreis Tansania
Seit über 20 Jahren pflegen Mitglieder der Emmausgemeinde mit vielfältigen Kontakten (durch Briefe, Fotos, Besuche, etc.) die Partnerschaft mit einer Maasai-Gemeinde der Pare Diocese im Norden Tansanias. Mithilfe eines Spenderkreises werden eine Krankenstation mit Medikamenten versorgt und die Angestelltengehälter zu Teilen übernommen.
Durch den Gewinn aus dem Eine-Welt-Verkauf, der einmal im Monat nach dem Gottesdienst stattfindet werden 16 Lehrer der Erwachsenenbildung finanziell unterstützt. Einmal im Jahr feiern wir zeitgleich einen Partnerschaftsgottesdienst hier und in Tansania.
Kontakt über Jutta Kaboth, Tel. (089) 64 78 06 und Til Mittlmeier, Tel. (089) 6934 10 80 oder das Pfarramt. Schauen Sie doch auch mal hier in-afrika-notiertes.
Anlässlich des Partnerschaftsgottesdienstes im Juli 2011 hatten wir Besuch zweier Freunde aus unserer Partnergemeinde in Tansania. Ebenso besuchten uns der Bischof der Pare Diöcese, Charles Mjema mit seinem Vizebischof Timothy Msangi im September. Nähere Informationen dazu gibt es im Flyer.
Geschichte der Partnerschaft Emmaus - Bonde la Ruvu
Pfarrer Dieter Helbig war von 1971 bis 1988 Pfarrer in der Emmausgemeinde. Anschließend ging er, ausgesandt vom Bayrischen Missionswerk, als Pfarrer in die Gemeinde Bonde la Ruvu. Dort nahm er Ende 1988, zusammen mit seiner Frau Gisela, die Arbeit auf.
Gottesdienste fanden unter freiem Himmel statt, eine kleine Wellblechhütte ohne Türen und Fenster diente bis dahin als Ambulanzstation für die ganze Region. Mit Unterstützung des KEDs (Kirchlicher Entwicklungsdienst), des bayerischen Missionswerkes, Spenden und Zuschüssen der Emmausgemeinde konnten verschiedene Projekte durchgeführt werden.
Das Ehepaar Helbig kehrte 1993 nach Deutschland zurück, ihr Nachfolger in Bonde la Ruvu wurde Pfarrer Mielke. Auch während seiner Zeit wurden die Entwicklungshilfeprojekte weitergeführt und erweitert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1999 folgte ihm 2000 Pfarrer Berg. Von 2006 bis 2009 war Pfarrer Laizer in der Gmeinde tätig.
Seit 2010 leitet Pfarrer Eliraha Mwiri, ehemaliger Vizebischof, sehr engariert die Gemeinde. Hier besteht zwischen ihm, Frau Kaboth und Herrn Mittlmeier ein reger Emailkontakt. Er informiert den Arbeitskreis ausführlich über seine Tätigkeit in der Gemeinde.
Die Partnergemeinde Bonde la Ruvu
Unsere Partnergemeinde Bonde la Ruvu gehört zu Pare-Diözese im Norden Tansanias.
Ihr Gebiet ist 100 km lang und 35 km breit und wird zu achtzig Prozent von Angehörigen des Maasai-Volkes bewohnt. Für dieses Viehzüchter- und Nomadenvolk wird es immer schwieriger, seine traditionelle Lebensweise beizubehalten. Es muß sesshaft werden und versuchen, sich der modernen Lebensweise anzupassen. Bei diesem langwierigen Prozeß braucht es dringend Unterstützung.
Die Gehälter der Pfarrer und Evangelisten müssen in Tansania von der Gemeinde bezahlt werden, was oft nicht möglich ist. Die Bezahlung durch die Gemeinde erfolgt durch Versteigerung von Naturalspenden nach dem Gottesdienst.
Wir, der Tansania-Arbeitskreis bemühen uns sehr, unsere Partnergemeinde am Ruvu weiterhin zu unterstützen. Um diese wichtige Arbeit der Gemeindeentwicklung und Hilfe zur Selbsthilfe unserer Partnergemeinde am Ruvu nachhaltig zu sichern, sucht der Arbeitskreis dringend neue Mitarbeiter, die nach und nach die Aufgaben mittragen und neue Ideen einbringen. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Hilfsprojekte in Bonde la Ruvu
Schulwesen
1990 — Auf Bitten von christlichen Maasaifrauen begann Gisela Helbig mit einem Alphabetisierungs-Projekt. Aus dieser Keimzelle entstanden in 9 kleinen Dörfern Gruppen, die entweder unter einem schattenspendenden Baum oder in einem kleinen selbsterbauten Kirchenraum unterrichtet wurden. Im Laufe der Zeit wurde das Angebot auch von Männern angenommen. Es unterrichteten 9 Lehrer oder Hilfslehrer, die durch Spendengelder der Emmausgemeinde ein geringes, aber regelmäßiges Entgelt für ihre Arbeit bekamen.
2010 — Inzwischen unterrichten 16 Lehrer in vielen Dörfen Erwachsene und auch Vorschulkinder. Es gibt in dem gesammten Gemeinde Gebiet nur sieben öffentliche Grundschulen. Viele Kinder können den weiten Weg nicht bewältigen, weshalb in den Dörfern Vorschulgruppen eingerichtet wurden, in denen die Kinder auf die Schule vorbereitet werden, allerdings ohne Verpflegung. Es war dem Partnerschaftskreis möglich, das Taschengeld für die Lehrer in den letzten Jahren mehrmals zu erhöhen
Gesundheitswesen
1992 — Bau einer Kirche und einer angeschlossenen Ambulanzstation in Muungano. Beide Gebäude wurden im Januar 1993 eröffnet bzw. eingeweiht.
In der Ambulanzstation werden von einem einheimischen Arzt und mehreren Krankenschwestern die Patienten versorgt. Einmal pro Woche ist Impftag für Erwachsene, Säuglinge und Kleinkinder. Zweimal pro Woche besucht die mobile Klinik mit zwei Krankenschwestern die weit entfernten Maasaidörfer (Impfprogramm, Vorsorgeuntersucherungen für Säuglinge und Kleinkinder).
In Tansania erreichte nur jedes fünfte Kind das fünfte Lebensjahr. Es standen viel zu wenig Medikamente zur Verfügung. Deswegen wurde in München ein Medikamentenspendekreis unserer Emmausgemeinde ins Leben gerufen.
Durch das Engagement von Gemeindemitgliedern der Emmausgemeinde, Zuschüssen aus dem Erlös des Emmaus-Jahrmarktes und vielen anderen Spenden können pro Jahr für etwa 2.000 – 3.000 Euro Medikamente der Dispensary zur Verfügung gestellt werden.
1998 — Eröffnung eines 16 Bettenhauses für die Krankenstation, eines Mitarbeiterwohnhauses, eines Küchenbaus und neuer Toilettenanlagen nebst Waschräumen.
Finanziert wurde dies vom kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Stationär behandelt werden Patienten, die an Malaria, Lungenentzündung, Kindbettfieber, Asthma, fieberhaften Darmentzündungen u.a. erkrankt sind. Um Geburtskomplikationen zu reduzieren werden Entbindungen in der Krankenstation durchgeführt. Die Dispensary verfügt über 10 kirchliche Mitarbeiter und 3 staatliche Angestellte für das "mother-child-Programm". Dazu gehören auch 2 Nachtwächter und ein Fahrer für das Transportauto (ein sog. Pick-up), der Schwerkranke in das nächstgrößere Krankenhaus bringen kann, wichtige Versorgungsfahrten übernimmt und der mobilen Klinik zur Verfügung steht. Der Partnerschaftskreis in der Emmausgemeinde erhält regelmäßig Arbeitsberichte vom Arzt, vom Laboranten wie auch vom Schatzmeister der Dispensary. Es werden monatlich je nach Jahreszeit, abhängig von Trocken- und Regenzeit, zwischen 150 und 350 ambulante - und zwischen 20 und 40 stationäre Patienten in 16 Betten betreut. Durchschnittlich finden 8 Geburten monatlich statt.
2006 — Im Rahmen eines HIV-Behandlungs- und eines AIDS-Präventionsprogrammes wurden der medizinische Laborant und zwei Krankenschwestern der Dispensary staatlich geschult. Die Regierung stellt Teststreifen und Medikamente zur Verfügung. Die neuen Fachleute erteilen zweimal die Woche Unterricht über Aids-Prävention in den einzelnen Siedlungen der Gemeinde.
2009 — Erreichte uns der Hilferuf, dass enorme bauliche Schäden an den Gebäuden festgestellt wurden, u.a. durch die Einwirkung von Termiten.
Im Herbst besuchte Jutta Kaboth, unsere langjährige Missionsbeauftragte, zum wiederholten Male, die Partnergemeinde. "Mama Kaboth" wurde herzlich empfangen, zumal das für sie aus Altersgründen ein Abschiedsbesuch war. Auch sie berichtete von dem schlechten Zustand der Gebäude.
2010 — Im Frühjahr stellte sich Til Mittlmeier als verantwortlicher Vertreter unseres Arbeitskreises persönlich in der Partnergemeinde vor. Er konnte viele Kontakte knüpfen und sich vor Ort ein Bild machen. Über seinen Aufenthalt drehte er einen eindrucksvollen Film, der als DVD über den Arbeitskreis oder den Eine-Welt-Verkauf der Emmausgemeinde erworben kann.
Miteinander Zukunft gestalten
Unter dem Motto "Miteinander Zukunft gestalten — Kuumba wakati ujao pamoja" besuchten neun Jugendliche im Alter von 19 – 24 Jahren aus dem Dekanat Weilheim unsere Partnergemeinde Bonde la Ruvu. Im Krankenhausgelände in Muungano schlugen sie ihre Zelte auf, in denen auch Tansanier untergebracht waren. In der Dispensary renovierten sie mit den tansanischen Jugendlichen zwei Entbindungszimmer, zogen Wellblechdecken ein, verputzten die Wände in der Patientenküche neu, strichen und renovierten das Büro der Kirche und noch einiges mehr. Alle waren motiviert und haben mit Ausdauer gearbeitet. Es hätte noch genug Arbeit für viele Wochen gegeben. Die Weilheimer freuen sich auf einen Gegenbesuch der Tansanier in 2 Jahren.
Nahrungsmittelhilfe
2006 — Im Frühjahr leidet besonders der Norden Tansanias unter großer Dürre, Vieh verendet, Menschen hungern. Über Pfarrer Maier aus Weilheim kommt eine Hilfsaktion zustande, an der wir uns mit 1.000 Euro beteiligen. Mit dieser Aktion konnten 10.000 Kilo Mais nach Muungano gebracht und von dort aus in die umliegenden Dörfer und Maasai-Bomas verteilt werden. Es wurden vor allem Familien erreicht, die vergeblich auf Hilfslieferungen der Regierung oder anderer Organisationen gewartet hatten. Etwa 2.000 Menschen konnte geholfen werden.
Seelsorge
2000 — Aufbau von 25 weit verstreuten Predigtstationen, einige festgebaute, etliche Buschkirchen und Plätze, wo Gottesdienst unter einem Schattenbaum gefeiert wird. Zehn ausgebildete Evangelisten arbeiten mit Pfarrer Berg zusammen, acht von ihnen sind Maasai. Sie halten Gottesdienste, Konfirmanden- und Taufunterricht, Beerdigungen, Sitzungen der Kirchenältesten, organisieren Bauvorhaben, arbeiten im Alphabetisierungsprogramm für die Erwachsenen mit, kümmern sich um Kranke und Arme… Kurz: Ohne ihren Einsatz könnte die Gemeinde nur schwer vorankommen — und was könnte ein Pfarrer allein in diesem großen Gemeindegebiet ausrichten?
2006 — Einer der 22 Sprengel unserer Gemeinde hat begonnen, eine Kirche aus Stein zu bauen. Das Fundament ist jetzt 50 cm hoch. Nun fehlen die Mittel zum Kauf weiteren Materials. Beim Partnerschaftsgottesdienst am 22. Juli 2007 gingen speziell für dieses Projekt 322 euro an Spenden ein. Wir freuen uns, dass wir auch hier helfen konnten.
2010 — Weitere Gemeinden begannen ebenfalls steinere Kirchen zu bauen.
Infrastruktur
2005 — Einweihung der Windradwasserpumpe. Finanziert wurde sie durch großzügige Spenden und den Kirchlichen Entwicklungsdienst. Mit dieser Anlage kann die Wasserversorgung der Dispensary und der Dorfbewohner gesichert werden. Weil im Jahr 2006 wieder eine Regenzeit ausgefallen ist, kam es zu einer großen Dürre. Gerade da war die Gemeinde am Ruvu besonders dankbar über die zuverlässige Wasserversorgung.
2010 – Bei dem Besuch der Jugendlichen aus Weilheim stellten diese fest, dass die Windradpumpe nach wie vor sehr gut funktioniert. Sie konnten das Wassser ungekocht trinken. Es schmeckte extrem weich.
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